Was Bilanzen uns verraten können
Wenn man eine Bilanz zum ersten Mal sieht, wirkt sie oft wie eine endlose Zahlenkolonne. Aber dahinter steckt eigentlich eine ziemlich einfache Geschichte: Was besitzt ein Unternehmen, und woher kommt das Geld dafür?
Die linke Seite zeigt Vermögenswerte – von Maschinen bis zu Forderungen. Die rechte Seite erklärt die Finanzierung durch Eigenkapital oder Kredite. Wenn beide Seiten nicht übereinstimmen, stimmt etwas grundlegend nicht.
In unserer Beratungspraxis sehen wir oft, dass Unternehmen ihre Bilanzen zwar erstellen, aber nicht wirklich verstehen. Dabei stecken in diesen Zahlen wichtige Hinweise auf Liquidität, Stabilität und zukünftige Risiken.
Kennzahlen, die tatsächlich Sinn ergeben
- Die Eigenkapitalquote zeigt, wie robust ein Unternehmen bei wirtschaftlichen Schwankungen bleibt – je höher, desto besser die Pufferzone
- Liquiditätskennzahlen geben Auskunft darüber, ob kurzfristige Verbindlichkeiten bedient werden können, ohne dass es eng wird
- Rentabilitätskennzahlen vergleichen Gewinn mit eingesetztem Kapital – wichtig, um zu sehen, ob sich Investitionen lohnen
- Die Debitorenlaufzeit verrät, wie schnell Kunden ihre Rechnungen bezahlen, was direkten Einfluss auf die Zahlungsfähigkeit hat
- Der Verschuldungsgrad hilft einzuschätzen, wie abhängig ein Unternehmen von Fremdkapital ist und welche Zinsrisiken bestehen
Leonie Bächle
Finanzanalystin
„Die meisten Unternehmen haben Zugang zu ihren Zahlen, aber nicht zum Verständnis dahinter. Wenn man einmal die grundlegenden Zusammenhänge kennt, wird vieles klarer."
Wie wir an Finanzdaten herangehen
Daten sammeln
Wir schauen uns Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Cashflow-Statements der letzten Jahre an, um Muster zu erkennen.
Vergleiche ziehen
Kennzahlen werden mit Branchendurchschnitten verglichen, um zu sehen, wo ein Unternehmen im Wettbewerb steht.
Entwicklungen bewerten
Wir analysieren, wie sich wichtige Positionen über die Zeit entwickeln – Trends können mehr aussagen als einzelne Zahlen.